» Indikationen (Stand Februar 2006, überarbeitet durch Dr. Seeber)

» Hautveränderungen, die mit dem Laser behandelt werden können

Prinzipiell sollten alle behandelbaren Diagnosen durch einen Hautarzt gestellt werden. Die unterschiedlichen Diagnosen lassen sich teilweise über verschiedene Wege behandeln. Einen „Goldstandard“ für den Lasereinsatz gibt es nur in wenigen Fällen. Ein in der Lasertherapie erfahrener Arzt muss daher entscheiden, welcher Laser oder welche hochenergetische Blitzlampe am besten für den jeweils vorliegenden Fall geeignet ist.

Bei unklarer Diagnose ist eine Absicherung durch eine Probenentnahme und eine anschließende mikroskopische Untersuchung notwendig. In einigen Fällen, insbesondere bei großflächigen Veränderungen, sind Probebehandlungen sinnvoll. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Doppelnennungen sind möglich.

Gefäßveränderungen:

(Farbstoff-Laser, KTP-Laser, Argon-Laser, Neodym:YAG-Laser, hochenergetische Blitzlampen mit geeignetem Filter, C02-Laser)

  • Adenoma sebaceum (multiple Angiofibrome, Morbus Pringle)
  • Angiofibrome (Adenoma sebaceum)
  • Angiokeratome (Kombination Hämangiom und Hyperkeratose, Morbus Fabry)
  • Angioma serpiginosum
  • Blutschwämme (Hämangiome im Frühstadium/flachen Stadium)
  • Couperose (Wangenröte)
  • Rubeosis (Erythrosis interfollicularis colli, Ulerythema ophryogenes)
  • Feuermale (Naevus flammeus, häufig viele Behandlungen bis zur Entfernung)
  • Feuermale mit anderen Veränderungen (Phakomatosen= Sturge-Weber-, Klippel-Trénaunay-Weber-, Hippel-Lindau-Syndrom)
  • Gefäßmalformationen (je nach Lage und Gefäßanteilen sehr unterschiedliche Ergebnisse)
  • Granuloma pyogenicum
  • Lippenrandangiom
  • Morbus Osler (Teleangiectasia hereditaria haemorrhagica)
  • Narben (frische gefäßaktive Narben)
  • Rosacea (Kupferfinne, "Säufernase", Erwachsenenakne)
  • Rubinflecke (Altershämangiome, senile Angiome, eruptive Angiome)
  • Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris, Gefäßkomponente)
  • Spider-Naevus (Spinnen-Naevus, Naevus araneus)
  • Striae distensae (Hautdehnungsstreifen, Schwangerschaftsstreifen)
  • Teleangiektasien (erweiterte Äderchen)
  • Venenbehandlung (Varikosis; endoluminaler Neodym:YAG-Laser)

Bedingt behandelbar:

  • Angioblastom (zu tiefe Lage, häufig schlechte Resultate)
  • Besenreiser (Matting, retikuläre Varizen, hier liegen uneinheitliche Meinungen vor, häufig Resultat nicht befriedigend)
  • Blue-rubber-bleb-Syndrom
  • Glomustumor
  • Lupus erythematodes

Haarveränderungen/Photoepilation:

(Alexandrit-Laser, Dioden-Laser, Rubin-Laser, Neodym:YAG-Laser, hochenergetische Blitzlampe mit geeignetem Filter)

In vielen Fällen lassen sich Haare deutlich in Anzahl, Farbe und Dicke reduzieren. Bislang gibt es keine befriedigende Methode zur Entfernung heller Haare. Je dunkler das Haar und je heller die Haut desto besser gelingt die Haarentfernung (Idealpatient = Schneewittchen). Von einer permanenten Haarentfernung sollte zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesprochen werden, weil die Erfahrungen mit dieser Methode bislang nur über einen Zeitraum von 10 Jahren reichen.

  • Einwachsende Haare (Pili incarnati, Pili curvati, Sino pilonidalis)
  • Hirsutismus (hormonbedingte Hypertrichosis)
  • Hypertrichosis (erblich bedingt, Medikamentennebenwirkung)
  • Pili incarnati
  • Pili recurvati
  • Sinus pilonidalis (recurvierendes Haar der Analfalte)
  • Transplantatbehaarung (z.B. Ohrmuschelplastik)
  • Transsexualität

Pigmentveränderungen:

(vorwiegend gütegeschaltete Laser wie: Rubin-Laser, Neodym:YAG-Laser, Alexandrit-Laser, Dioden-Laser, hochenergetische Blitzlampen mit geeignetem Filter)

  • Altersflecken
  • Alterswarzen (seborrhoische Keratosen)
  • Café-au-lait-Flecken
  • Dermatitis papulosa nigra
  • Dyschromien:
    • Dyschromie durch Minocyclin, Amiodaron, Eisen, Amalgam
    • Schmucktätowierungen
    • Schmutztätowierungen
    • Permanent-Make-up
  • Hyperpigmentierungen (z.B. nach Verbrennung oder Entzündung, meist am effektivsten gütegeschalteter Rubinlaser)
  • Lentigo benigna (Lentigo simplex)
  • Mastozytose (Urticaria pigmentosa)
  • Naevus Ota/Naevus Ito (schwarzblaue Pigmentierung)
  • Naevus pilosus et pigmentosus
  • Naevus spilus (gesprenkelter superfizieller kongenitaler Naevus)
  • Permanent Make-up
  • Sommersprossen (Epheliden)
  • Schmutzeinsprengungen
  • Tätowierungen (s.o. unter Dyschromien)

Bedingt behandelbar:

  • Becker-Naevus (Melanosis naeviformis)
  • Pigmentverschiebungen (Schwangerschaftsflecken, Chloasma, Melasma, es kommt häufig zu Rezidiven)
  • Angeborene Pigmentmale (angeborene große Muttermale, häufig müssen mehrere Lasersysteme zur Haarentfernung und Pigmententfernung eingesetzt werden)

Gutartige-/Kosmetische- Hautveränderungen:

(vorwiegend Abtragungslaser wie Erbium:YAG-Laser, CO2-Laser, bei Virus-Erkrankungen/Narben siehe auch Gefäßlaser)

  • Adenoma sebaceum (multiple Angiofibrome, Morbus Pringle)
  • Aknenarben
  • Fibröse Nasenpapel
  • Epidermale Naevi (unterschiedliche Zusammensetzung der Zellanteile)
  • Epithelioma adenoides cysticum (Trichoepitheliome/Zylindrome)
  • Falten (hier sollte nach Lokalisation und Faltentiefe gewichtet werden. Nicht immer ist die Lasertherapie der effektivste und sicherste Weg)
  • Granuloma teleangiectaticum
  • Morbus Hailey-Hailey
  • Hypertrophe Narben (rote Narben, Narbenwucherungen)
  • Keloide
  • Naevus sebaceus
  • Neurofibrome (in Vielzahl Neurofibromatose/Morbus Recklinghausen)
  • Papillomatöse dermale Naevi (erhabene Muttermale, kritisch wenn Pigmentierung)
  • Schleimhautfibrome
  • Seborrhoische Keratosen (Alterswarzen)
  • Skinrejuvenation (Hautverjüngung)
  • Syringome (Hidradenom)
  • Talgdrüsenhyperplasien
  • Virus-Erkrankungen
    • Bowenoide Genitalpapulose (Übergang in M. Bowen und Spinaliom möglich, Kontrollen deswegen erforderlich)
    • Condylomata acuminata
    • Kaposi-Sarkom (Herpes simplex virus 8 bei AIDS)
    • Mollusca contagiosa
    • Verrucae planae juveniles
    • Verrucae vulgares/palmares/plantares
  • Xanthelasmen (Fettablagerungen der Haut/Lidregion)
  • Zylindrome
  • Zysten (Aufgrund der tiefen Lage meist besser operativ. Bei oberflächlichen Zysten z.B. den Hidrozystomen kann aber eine Lasertherapie überlegen sein)

Bedingt behandelbar:

  • kutane Amyloidose
  • Necrobiosis lipoidica

(Beginnend) bösartige Hautneubildungen:

(Erbium:YAG- und CO2-Laser, Photodynamische Therapie ggf. mit Lasern)

Soweit möglich sollten operative Verfahren mit histologischer (mikroskopischer) Diagnosesicherung vorgezogen werden. Vor der Therapie mit Lasern oder PDT sollte in jedem Fall eine Biopsie (Probenentnahme) durchgeführt werden. Nach der Therapie empfehlen wir engmaschige Nachkontrollen.

  • Aktinische Keratosen (initiale Plattenepithelkarzinome)
  • Basaliome (flache und Rumpfhautbasaliome)
  • Cheilitis actinica (aktinische Keratose der Lippe)
  • Kaposi-Sarkome
  • Kraurosis vulvae
  • Leukoplakien
  • Morbus Bowen
  • Morbus Paget (intraepitheliales Adenokarzinom)

Neue Indikationen:

(Excimer-Laser, hochenergetische UV-Blitzlampen)

Durch die Entwicklung von UV-Lasern und Blitzlampen können seit einigen Jahren auch entzündlich bedingte oder immunologisch bedingte Hauterkrankungen mit Lasern und Blitzlampen behandelt werden. Hier bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten.

  • Knötchenflechte (Lichen ruber)
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopezia areata)
  • Neurodermitis (Atopisches Ekzem)
  • Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris)
  • Weißleckenkrankheit (Vitiligo)

» Hautveränderungen, die nicht mit dem Laser behandelt werden können (Kontraindikation)

Bösartige oder bösartig wachsende Veränderungen der Haut sollten weiterhin grundsätzlich nicht mit dem Laser behandelt werden, da die histologische Kontrolle fehlt. Die Lasertherapie stellt bei diesen Indikationen niemals die Therapie der ersten Wahl dar. Nur in Ausnahmefällen (keine anderen Therapiemöglichkeiten, kontrollierte Studien) können diese Indikationen auch von erfahrenen Lasertherapeuten angegangen werden.

  • Basalzellkarzinom (invasiv/knotig; Basaliom)
  • Malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs)
  • Lentigo maligna
  • Naevuszellnaevi (Pigmentmale; Entartung zum Melanom ist möglich! Aufgrund der hohen Rezidivrate und der Möglichkeit der malignen Transformation sollte eine Behandlung nicht erfolgen)
  • Stachelzellkarzinom (invasiv/knotig; Spinaliom)
  • Andere potentiell bösartige Veränderungen

 

 
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