Haarentfernung (Epilation) mittels Laser

  1. Die Haarentfernung mittels Laser ist sicherlich die effektivste, schnellste, nebenwirkungsärmste und insgesamt auch kostengünstigste Methode zur dauerhaften Haarreduktion. Das Behandlungsziel ist hierbei die sogenannte permanente Haarreduktion, d. h. die Verminderung der Zahl der Haare, der Dicke der Haare und der Pigmentierung der Haare. Diese Methode funktioniert insbesondere sehr gut bei dunklen, dicken Haaren. Blonde helle und sehr feine Haare sprechen nicht gut auf die Behandlung an.
  2. Theoretische Risiken bestehen in Blasenbildung, Narbenbildung und Störungen der Pigmentierung. Diese Risiken sind allerdings beim sachgerechten Einsatz des Lasers zu vernachlässigen. In Zweifelsfällen sollte zunächst eine Probebehandlung durchgeführt werden. Wichtig ist konsequenter Lichtschutz vor und nach der Behandlung!
  3. Nach den Empfehlungen der Strahlenschutzkommission des Umweltministeriums Abschnitt Laserstrahlung www.ssk.de sollten Behandlungen mit Energielasern am Menschen immer von Ärzten oder unter direkter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Aus diesem Grunde lehnt die Deutsche Dermatologische Lasergesellschaft auch den Lasereinsatz bezüglich der Haarentfernung durch Nicht-Ärzte wie z. B. Heilpraktiker, Kosmetiker oder sonstige körperpflegende Berufe ab.
  4. Zur Anwendung kommen heute unterschiedliche Lasersysteme wie z. B. langgepulste Alexandritlaser, Rubinlaser, Neodym:YAG-Laser, Diodenlaser oder hochenergetische Blitzlampen (IPL Technologie). Die modernen Lasergeräte haben in etwa die gleiche Effektivität und unterscheiden sich hauptsächlich im Handling bei der Anwendung. Vergleichende Untersuchungen zur Effektivität dieser Systeme gibt es allerdings wenig, derzeit beschäftigt sich intensiver unser DDL Mitglied, PD Dr. Drosner, Cutaris Zentrum München, mit solchen Untersuchungen.
  5. Die Behandlungen zur dauerhaften Haarentfernung müssen je nach Haarwachstumszyklus mehrfach durchgeführt werden. In der Regel sind 6 - 8 oder mehr Behandlungen des gleichen Areals notwendig, um einen zufrieden stellenden dauerhaften Erfolg zu erzielen. Man geht heute bei gutem Ansprechen von etwa 70 - 80 % Erfolgswahrscheinlichkeit aus.
  6. Die Kosten richten sich nach der zu behandelnden Fläche und betragen pro Sitzung zwischen Euro 80 bis 500 und mehr. Da es keine genauen Vorschriften zur Kostenabrechnung gibt, gestalten die einzelnen Lasertherapeuten ihre Rechnungen unterschiedlich, einige rechnen nach Impulszahl und damit nach Fläche ab, andere nach Sitzungen oder vereinbaren auch pauschale Preise für die gesamte Haarentfernung. Im Einzelfall sollten Sie sich einen Kostenvoranschlag machen lassen, weil insbesondere die Behandlung größerer Flächen wie z. B. der Beine sehr hohe Kosten bedingen kann. Die Kosten erklären sich aus den derzeit noch sehr hohen Gerätekosten, die bis zu Euro 150.000 pro System betragen.
  7. Bei dem Gerät „Plasmalight“, von dem gelegentlich in den Medien die Rede ist, handelt es sich ebenfalls um eine hochenergetische Blitzlampe (IPL Technologie) wie auch z.B. bei dem Gerät Photoderm oder Epilight u.a., d.h. um eine bekannte Technologie.
  8. Inzwischen gibt es auch eine Creme (Vaniqua©, Wirkstoff Eflornithin), die das Haarwachstum durch eine Enzymhemmung reduziert. Die Creme muss allerdings dauerhaft angewendet werden und ist relativ teuer.

Übrigens: Durch Rasieren wird der Haarwuchs nicht angeregt!
Man kann sich rasieren soviel und wo immer man will – der Haarwuchs wird dadurch nicht angeregt und auch nicht stärker. Nicht im Gesicht und erst recht nicht an Armen und Beinen.

Der Eindruck, dass die Körperhaare nach einer Rasur schneller wachsen, hat einen anderen Grund. Der Rasierer schneidet die Haare an der dicksten Stelle ab. Deshalb wirken sie dann oft rauer und so, als ob sie rascher wieder zu spüren sind.

Epilationsbehandlung mit dem Laser bei Transsexualität

Zur Geschlechtsumwandlung vom Mann zur Frau bei Transsexualität gehört neben allen anderen Maßnahmen üblicherweise auch die Barthaarentfernung. Vor Beginn sämtlicher Therapien zur Geschlechtsumwandlung steht normalerweise eine sexualpsychologische Beratung und nachfolgende Betreuung, die auch garantieren soll, dass die gesamte Umwandlungsbehandlung von den Krankenkassen bezahlt wird. In diesem Rahmen wird dann zum gegebenen Zeitpunkt auch der Antrag gestellt, dass die Kosten der Barthaarentfernung ebenfalls von den Krankenkassen übernommen werden. Grundsätzlich ist es so, dass es zur dauerhaften Haarentfernung zwei Methoden gibt:

  1. Elektroepilation mit der elektrischen Nadel.
    Diese Prozedur ist allerdings sehr Zeit aufwendig und schmerzhaft und wird nur noch von wenigen Ärzten oder in ärztlichen Praxen durch geführt. Es gibt aber sogenannte Elektrologistinnen, die diese Behandlungen durch führen. Auch hierbei ist vorher zu prüfen, ob die Krankenkasse die Kosten hierfür übernimmt.
  2. Nach heutigem Kenntnisstand kann man mit dem Einsatz unterschiedlicher Laser oder Blitzlampen eine dauerhafte Reduktion der Zahl der Haare, der Dicke und der Pigmentierung erreichen. Diese Behandlung muss allerdings mehrfach wiederholt werden. Sie ist im Wesentlichen nebenwirkungsfrei. Im Vergleich zu einer Elektroepilation sind die Gesamtkosten sogar geringer. Auch bei dieser Maßnahme sollte zunächst ein Kostenvoranschlag eingeholt werden, der dann der Krankenkasse bzgl. einer Erstattungsmöglichkeit vorgelegt wird. Auch hierbei ist das Gutachten einer sexualpsychologischen Beratungsstelle sinnvoll.

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